Groove Symphony – Die Planeten

Groove Symphony – Die Planeten

Violine, Cello, Holz- und Blechblasinstrumente und dazu ein grooviger Housebeat. Klingt komisch? Überhaupt nicht. Die beiden DJs und Produzenten Beatamines und David Jach haben mit den Dortmunder Philharmonikern ein einzigartiges Projekt auf die Beine gestellt. Einen Live-Remix von Gustav Holsts „Die Planeten”.

Dass sich Pascal Augner alias Beatamnies und sein Freund und Kollege David Jach bestens auf das produzieren eingängiger, träumerischer Tracks verstehen, haben die beiden bereits mit Stücken wie „How Never”, „Something Soul” oder „Swaggin” mehrfach unter Beweis gestellt.

Das Projekt „Groovy Symphony” aber zeugt von hohem musikalischen Können und Verständnis einerseits, und einer riesigen Portion Mut andererseits. Denn das, was die Philharmoniker und die beiden DJs mit dieser Inszenierung geschaffen haben, ist nicht nur völlig neu und einzigartig, sondern auch äußerst gewagt.

Streicher, Bläser und Pauken kommen schließlich nicht aus der Dose, sind nicht geloopt und abgespielt. Jeder einzelne Ton muss sitzen, jede Basedrum, jeder Clap, jede Hi-Hat. Ein Live-Remix eben. Gelungen ist es. Das steht außer Frage!

„Es ist für uns eine Ehre und gleichzeitig eine große Herausforderung mit diesem großen Orchester zusammen live zu spielen und die klassischen Sounds elektronisch zu interpretieren”, sind sich die beiden DJs einig.

Im zugehörigen Video sagt Flötist Felix Reimann, „Groovy Symphony” sei ein sehr mutiges Projekt, das Klassik und House sich ja immer eher kritisch beäugten. Und Shukuko Okamoto-Farges, Hornistin der Dortmunder Philharmoniker, sagt: „Das Projekt ist ganz toll, weil wir so viele junge Menschen holen können.” Und tatsächlich. Ein klassisches Konzert, bei dem das Publikum zur Musik tanzt – das hat das Dortmunder Theater, Spielstätte der Philharmoniker noch nicht erlebt.
Orchester und DJs zaubern aus Gustav Holsts „Die Planeten” ein musikalisches Klangerlebnis, das seinesgleichen sucht. Wenn die leicht effektierte Snare einsetzt, gefolgt vom treibenden aber dennoch sanften Beat inklusive Baseline, wenn die Violinen zu Begin die kurzen Läufe wundervoll leicht einspielen, dann lässt diese Inszenierung einen völlig neuen, anderen und wahnsinnig interessanten Blick auf „Die Planeten” zu. Dazu die umwerfenden Lichtchoreographien von Toni Haupt – alles in allem ist „Happy Holst” ein wahres Meisterwerk.

Dirigent Philipp Armbruster sagte nach dem Konzert: „Super! Ich bin total glücklich. Vielen Dank an Beatamines und David Jach. Die Hütte hat getobt, eine Stunde totale Aufmerksamkeit und Ruhe, hinterher das absolute Ausflippen, Zugaben und so weiter. Hat super Spaß gemacht.”

Etwas Neues ausprobieren, Grenzen verwischen, einfach mal etwas machen, das sich sonst keiner traut – dafür braucht es Mut. Beatamines, David Jach und die Dortmunder Philharmoniker haben eine große Portion Mut bewiesen. Das Ergebnis ist absolut sehens- und hörenswert. Eine wunderschöne Reise in klassische Gefilde. Prädikat: Wertvoll!

Text by Marvin Mertens

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